Mittelstreu liegt an der großen und bedeutungsvollen Heerstrasse Franken - Thüringen im fruchtbaren Streugrund eingebettet zwischen Eiersberg und Bilbesen. Urkundlich erwähnt wurde Mittelstreu erstmals im Jahre 796 n.Chr. als "Villa Streuu". Mit dieser Urkunde tritt die Villa Streuu, das Dorf Streu in die Geschichte ein. In diesem Streu waren Ober- und Mittelstreu vereinigt. Um 1020 trennte eine riesige Überschwemmung das Dorf "Villa Streuu" in zwei Teile, nämlich Streu superior und Streu inferior. Danach wandelte sich der Name in Niderstrowen, Nidernstrewe, Unterstreu, 1330 in Mittelstrey, schließlich in Mittelstreu (das mitten zwischen Ober- und Heustreu gelegene). Der Ort gehörte zum kurfürstlichen Amt Mellrichstadt und unterstand dessen Centgericht. Die Sage erzählt von einer Burg auf dem Eiersberg, diese lässt sich aber geschichtlich nicht nachweisen. Vermutet wird sie in einer Urkunde vom Jahre 1230. Da heisst es dem Sinne nach: " Otto von Bodenlauben übergab dem Stift Würzburg verschiedene militärisch ausgebildete Männer von Ober- und Mittelstreu ansässigen Herren, die auf dem Eiersberg eine Burg besessen haben mögen".Diese scheint - so Pfarrer Müller - an das Kloster Wechterswinkel gekommen und vor 1300 zerfallen zu sein. In einem Hubbuch (Zehntverzeichnis) des Klosters von 1480 werden zehntpflichtige Weinberge "im Burggraben" aufgeführt. Diesen Flurnamen gibt es heute noch. Dazu ist zusagen: Auf der Nordseite des Eiersberges ist ein ziemlich hoher Abschnittswall, ein sogenannter Schwedenwall.Solche Schwedenwälle (sie haben nichts mit Schweden zu tun und müssten eigentlich Keltenwälle heißen)sind in unserer Rhön öfters zu finden. Im früheren Mittelalter wurden Berge, die durch solche Verteidigungswällebefestigt waren, oft als Burgen bezeichnet. Die "Burg" auf dem Eiersberg muss also nicht unbedingt ein Gebäude gewesen sein. Durch vorgeschichtliche Funde von Herrn Walter Jahn aus Ostheim konnten aber hier menschliche Siedlungen aus der früheren Eisenzeit wissenschaftlich nachgewiesen werden. In alter Zeit hatte Mittelstreu eine größere Bedeutung als heute. Es besaß, wie nur die größeren Orte, eine Dorfordnung und ein Weistum (dieses gab Auskunft über geltendes Gewohnheitsrecht). Schon im Jahre 1350 wird in Mittelstreu ein Gotteshaus urkundlich erwähnt. Dieses war für Notzeiten mit einer Kirchenburg umgeben, deren Reste ahnen lassen, welch großartige Wehranlage sie einst war. Bei Filke besaß das Dorf fast 500 Jahre lang den sognannten Bischofswald, ca. 200 ha groß. Es war in Sachsen Meiningen gelegen und 1458 von den Herren v.d. Kere erworben  worden. Durch die unselige Grenzziehung (ca. 30 Juni 1946) hat die Gemeinde diesen reichen Besitz verloren. Weit bekannt ist Mittelstreu durch seinen Wasserreichtum. Vier ergiebige Quellen auf einer Strecke von nur 300 Metern sind eine große geologische Seltenheit. Bereits im Jahre 1906 versorgte das ehemalige Wasserwerk Mittelstreu, Oberstreu und Mellrichstadt. Am 1. März 1979 wurde das neue Wasserwerk in Betrieb genommen. Bei einer durchschnittlichen Quellschütterung von 80 l/s kann es mehr als 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr fördern. Mit dieser Leistungsfähigkeit wurde es vorausschauend dimensioniert. Von den vier Quellen, Wörthquelle, Mittemühlquelle, Lochmühlquelle und Werrleinsquelle blieb aber letzere unberührt, weil sie zu tief liegt. Im Jahre 1981 konnte der Wasserzweckverband Mellrichstädter Gruppe bereits sein 75jähriges Bestehen feiern. Ursprünglich war Mittelstreu mit seinen rund 600 Einwohnern ein reines Bauerndorf. Heute, nachdem sich in der landwirtschaft so viel geändert hat, haben, bis auf wenige Klein- und Mittelbetriebe, Bauern fast ganz aufgegeben oder unterhalten nur noch Selbsterhaltungsbetriebe. Ein großerTeil der Bevölkerung arbeitet in der Industrie oder in Handwerksbetrieben unseres Landkreises Rhön-Grabfeld. Am 1.Juli 1976 schloss sich Mittelstreu als eigenständiges Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt an. Im Rahmen der Gebietsreform wurde Mittelstreu am 1.März 1978 nach Oberstreu eingemeindet. Ein Aufrechthalten der Selbständigkeit von Mittelstreu, intensiv betrieben, scheiterte an den Richtwerten und staatlichen Vorgaben. Nach der Eingemeindung wurde unter Bürgermeister Anton Türk und seinen 12 Gemeinderäten weiter rege an der Erhaltung und Neugestaltung des Ortsteils Mittelstreu gearbeitet. Hierzu lässt sich besonders erwähnen: Die Renovierung der Gadenanlage, die Außen- und Innenrenovierung der Friedhofskapelle mit Friedhofserweiterung, die Generalsanierung der "Alten Schule" zum Gemeindehaus, in dem auch die Trachtenkapelle ihren neuen Proberaum beziehen konnte. Unter der Regie unseres Ortsseelsorgers Pfarrer Hans-Günther Beßler in Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde die Außen- und Innenrenovierung der Kirche sowie die Restaurierung der Kirchenorgel, die Erweiterung der Sakristei und die Modernisierung der Turmuhr gurchgeführt. Im Jahre 1990 wurde Stefan Ledermann zum ersten Bürgermeister gewählt. Unter seiner Führung konnte bisher im Besonderen die Generalsanierung der Grundschule Oberstreu- Mittelstreu, die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im Baugebiet "Lohe" sowie der Ausbau von Innerortsstrassen bewirkt werden. Die Gemeinde zählt heute 1.674 Einwohner, davon sind 693 Bürger aus Mittelstreu. Am 3.Oktober 1989 wurde Deutschland durch die Grenzöffnung zur ehemaligen DDR wieder vereint. Somit liegt unsere Region wieder im Herzen Deutschlands. Die Freude der Bevölkerung auf der einen Seite und die Möglichkeit der wirtschaftlichen Nutzung des gemeindeeigenen Bischofswaldes brachte aber auch eine große Verkehrsbelastung auf der anderen Seite für alle Streutalgemeinden mit sich. Mittelstreu ist auch heute durch seine malerische Schönheit und seinen erhaltenen dörflichen Charakter über die Landkreisgrenze hinaus weit bekannt und beliebt. Mit seinen zahlreichen Vereinen und einem guten Gastronomieangebot zeichnen sich die Bürger von Mittelstreu auch durch Kameradschaft und Freundlichkeit aus. Auszug aus der Ortsgeschichte von Mittelstreu Grundschule und Kindergarten Friedhofsanlage Neues Wasserwerk Altes Wasserwerk im Streugrund Neu renoviertes Gemeindehaus (früher alte Schule) Gardenanlage an der Kirche